Häufige Sportverletzungen

Sportler haben ein besonders hohes Risiko, sich Verletzungen zuzuziehen, vor allem im Kniebereich. Zu den am häufigsten auftretenden Knieverletzungen zählen der Kreuzbandriss und der Meniskusriss. Eine umfassende Abklärung der Symptome und eine korrekte Diagnose sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine optimale Behandlung. In Einzelfällen ist eine Kernspintomografie (MRT) erforderlich. Verletzungen am Knie entstehen sowohl akut, zum Beispiel durch einen Unfall, als auch schleichend über mehrere Jahre hinweg durch chronische Überlastung und Abnutzung.

Zu den akuten Knieerkrankungen zählen:

  • Akuter Meniskusriss (häufig die Folge einer Knieverletzung und in Kombination mit dem vorderen Kreuzbandriss)
  • Bandverletzungen (meist werden durch Einwirken extremer Kräfte das vordere Kreuzband und das Innenband verletzt)
  • Kniescheibenluxation (Verrenkung der Kniescheibe nach außen)
  • Frakturen und Brüche der Kniescheibe sowie der Unterschenkel- oder Oberschenkelknochen

 

Knieverletzungen, die durch eine Überbeanspruchung entstehen:

  • Meniskusriss
  • Knorpelschaden (Chondromalazie)
  • Arthritis
  • Arthrose
  • Bursitis
  • Tendinose
  • Baker, Politealzysten
  • Osteochondrosis dissecans (OD)

 

Der Kreuzbandriss

Ursachen

Der Kreuzbandriss ist eine Verletzung am Kniegelenk, die sehr oft auftritt. Das vordere Kreuzband, eines von vier Stabilisierungsbändern des Kniegelenks, reißt besonders häufig, zum Beispiel beim Fußballspielen (Zweikampf) oder Skifahren (Sturz). Zu der Kreuzbandruptur kommt es durch einen abrupten Stopp in Verbindung mit einer plötzlichen Kniedrehung. Manchmal genügt aber bereits eine langsame Drehung.

Symptome und Diagnose

Ein Kreuzbandriss macht sich durch starke Schmerzen und eine Gelenkschwellung bemerkbar. Es kommt zu einer Knieinstabilität, die aufgrund der Knieschwellung zunächst oft nicht wahrgenommen wird. Eine körperliche Untersuchung und eine Kernspintomografie geben Aufschluss über den Grad der Verletzung.

Behandlung

Für den Fall, dass je nur das vordere oder das hintere Kreuzband angerissen ist, bestehen auch ohne eine Operation gute Heilungschancen. Eine entsprechende Schiene, die sechs Wochen lang getragen wird, ein Training für die Oberschenkelmuskulatur und Krankengymnastik helfen dabei, das Knie wieder zu stabilisieren. Vor allem bei Sportlern und jungen Patienten ist zumeist aber eine Operation notwendig, da das Knie ansonsten dauerhaft instabil bleibt und Sport nur noch in eingeschränktem Maße möglich wäre. Eine Kreuzband-Operation erfolgt arthroskopisch unter Vollnarkose. Für eine optimale Heilung ist eine anschließende, professionell durchgeführte Physiotherapie von großer Bedeutung.

Der Meniskusriss

Ursachen

Auch zu einem Meniskusriss kommt es sehr häufig bei Sportlern. Der Meniskus (Innen- und Außenmeniskus) ist eine elastische halbmondförmige Scheibe aus Knorpelmaterial, die sich jeweils zwischen den Gelenken des Unter- und Oberschenkelknochens befindet. Die Scheiben dienen als Puffer für eine ideale Druckverteilung und wirken gleichzeitig stabilisierend.

Symptome

Anders als beim Kreuzbandriss entstehen die meisten Meniskusrisse nicht durch Unfälle, sondern basieren auf einem altersbedingten Verschleiß des Meniskus. Sollte dieser bereits in fortgeschrittenem Maße vorliegen, können schon kleine falsche Bewegungen zum Riss führen. Dieser macht sich dann durch ein stark schmerzendes und eventuell angeschwollenes Kniegelenk bemerkbar.

Diagnose und Behandlung

Da ein Meniskusriss nicht von allein verheilt und sich unbehandelt sogar verschlimmern kann, muss durch klinische Tests und eine MRT-Untersuchung eine sichere Diagnose gestellt werden. Eine arthroskopische Operation ist häufig die einzige Methode, um den defekten Meniskus zu glätten (Meniskusglättung/ Meniskusteilresektion) oder zu reparieren (Meniskusnaht). In letzterem Fall dauert die Behandlung insgesamt länger. Zusätzlich ist eine Entlastung durch die Verwendung von Gehstöcken für circa drei Wochen notwendig.

Eine weitere häufige Sportverletzung: die Schulterverrenkung (Schulterluxation)

Die Schulterverrenkung kann jeden Sportler, ob Freizeit- oder Profisportler treffen und für Wochen oder sogar Monate außer Gefecht setzen. Sie tritt auf, wenn das Kugelgelenk der Schulter ganz oder teilweise ausgekugelt oder wie es der Volksmund ausdrückt „ausgerenkt“ wird.

 

Ursachen, Symptome und Behandlung der Schulterluxation

Ursachen: Eine Schulterluxation kann durch eine spontane Rotations- oder Abduktionsbewegung des Arms, einen Sturz auf den ausgestreckten Arm, eine kräftige Drehung oder eine extreme Überdehnung, einen Schlag auf das Schultergelenk oder das Auffangen des gesamten Körpergewichts mit dem Arm verursacht werden.

Weiters können wiederholte kleinere Traumata zu einer Instabilität des Schultergelenks und dadurch zu wiederkehrenden Luxationen führen. Aber auch anderen Ursachen wie muskuläre Fehlfunktionen oder Muskelschwächen, eine Dysplasie des Schultergelenks oder strukturelle Gelenkschäden können Ursachen für eine derartige permanente Schulterinstabilität (habituelle Luxation) sein.

Symptome: Die charakteristischen Symptome einer Schulterluxation sind Schmerzen, Schwellungen und Deformierungen. Die Patienten können ihren Arm in der Regel nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten bewegen. Die Schulter kann sich anfühlen, als ob sie „herausgesprungen“ wäre und sich sichtbar von ihrer normalen Position entfernt hat.

Behandlung: Die Behandlungsmöglichkeiten für eine Schulterluxation variieren je nach Ursache, Schweregrad und Chronizität der Verrenkung. Im Allgemeinen wird für die meisten Fälle einer Schulterluxation eine konservative Behandlung ausreichen. Dazu gehören Ruhe, Eis, Kompression und Hochlagerung. Eine Physiotherapie kann die Stabilität und Beweglichkeit fördern bzw. wiederherstellen. Ein chirurgischer Eingriff kann erforderlich sein, wenn das Gelenk erheblich geschädigt ist oder immer wieder auskugelt.

 

Unabhängig davon, wie es zu einer Schulterverrenkung gekommen ist, gilt: Wenn Sie glauben, dass Sie sich die Schulter ausgekugelt haben, suchen Sie sofort einen Arzt auf. Im Idealfall einen Sportarzt oder Schulterspezialisten.

 

Warum ein Sportarzt oder Schulterspezialist der richtige Ansprechpartner bei einer Schulterverrenkung ist?

Die Schulter ist ein komplexes Gelenk und eine Schulterluxation kann eine sehr ernste Verletzung sein. Daher ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, der mit der Anatomie und Physiologie der Schulter bestens vertraut ist und die bestmögliche Behandlung bieten kann.

Ein Sportarzt oder Schulterspezialist verfügt über das nötige Fachwissen, um die Verletzung zu diagnostizieren und die beste Behandlungsmethode zu empfehlen. Die Behandlung einer Schulterluxation kann, abhängig vom Ausmaß des Schadens, von konservativen Maßnahmen wie Eis, Ruhe und Schmerzmitteln über Physiotherapie bis hin zur Operation reichen.

„Eine Schulterluxation richtig zu behandeln ist deshalb so wichtig, da sie unbehandelt oder falsch behandelt zu langfristigen Problemen mit dem Gelenk führen kann. Dies können leichte Beschwerden, aber auch chronische Schmerzen und starke Bewegungseinschränkungen sein, die den Alltag massiv erschweren“, erklärt Dr. Philipp Heuberer, Schulterspezialist Wien, auf die Frage nach der bestmöglichen Therapie einer Schulterverrenkung.

Weiters sagt er: „Mit der richtigen Behandlung erholen sich die meisten Menschen vollständig von einer Schulterluxation und können nach einer angemessenen Rehabilitationsphase sogar wieder ihrer Leidenschaft, dem Sport nachgehen.“

Weiterführende Links:
Ausführlich Infos zum Kreuzbandriss auf heuberer.at
Weitere Infos zum Meniskusriss auf heuberer.at